Titel
Als ich heute Morgen innerlich kaputt und abgekämpft auf der Straße stand, lachte mir meine Paranoia aus den kaputten Scheiben meines Domizils entgegen. Ein Racheakt eines beleidigten Immobilienhais? Oder nur ein weiterer Vorfall von plötzlich überkommenden Vandalismus? Es ist mir eins - meine Paranoia ist wieder da und verfolgt mich. Der Weg nach meinem Tag nach Hause war getränkt von Angstgefühlen. Angst davor, was ich zu Hause finden würde. Angst, dass der Vandalismus nicht an meinem Auto halt gemacht hatte. Es war nicht so, aber die Angst ist wieder da. Und sie wird eine Weile bleiben.

Und genau an solchen Tagen wünsche ich mir eine sichere Stimme, die mich einfach nur fragt : "Wie war dein Tag?" und mich dann aus der Realität zieht, um nicht länger in ihr verankert sein zu müssen.

"Einst lag ich unter dem Grase so kühl.
Nicht stört´ mich auf ein Laut noch ein Gefühl
Wo mich nicht Strahlen trafen.
Nicht Sonne noch Mond, dort wo ich mich hab eingewühlt.
Warum lasst ihr mich nicht schlafen?

Ich ruhte tief, überdauernd die Zeit,
So fern von Hunger, Gefahr und Leid
Und begann mich sicher zu wähnen.
So lag ich im herrlichen tröstenden Erdenkleid
Und trocknete mir die Tränen. (...)"

ASP - ich liebe dich für dieses Lied!
14.8.14 20:57


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Ich spüre es schon seit Dienstag. Die Aggressivität, mit der ich mein Auto lenke und damit zu einer fahrenden Zeitbombe werde. Die Intensität, mit der ich mich in Projekte außerhalb meines eigenen Seins stürze. Ich konnte es nicht zuordnen. Bis heute Abend. Bis zu der Fahrt zurück zur Arbeit, weil es mich auf die Autobahn zog. Und bis zu diesem einem Lied, das plötzlich in meinem Player lief.

"Mit einer Waffe an der Schläfe willst du dich
für alle Ewigkeit von deinem Schmerz befreien."


Es ist eine dieser Phasen, die schleichend kommen und mich wieder fest in der Hand hat. Dabei kann es gar nicht ein. Ich habe so viel momentan, dass sich in meinem Leben verändert, dass ich dafür eigentlich keine Zeit haben dürfte! Mein Innerstes müsste mit etwas ganz anderem beschäftigt sein. Stattdessen nun das. Und genau vor einem Wochenende mit der Familie, wo eine Flucht unmöglich ist. Wo ich mich auf der Autobahn benehmen muss.

Es wird interessant werden.

Nie wieder Sorgen haben, nie wieder verlieren.
Nie wieder Pech, nie wieder Glück.
Keine zweite Chance und erst recht kein Happy-End.
Mach dir klar, es ist wahr: es gibt kein zurück!
31.7.14 23:08


Es ist einfach zu sagen, „Wir kümmern uns darum“ und dann im entscheidenden Moment aus dem „Wir“ ein „Du“ zu machen. Es ist einfach zu sagen, „Wir machen das zusammen“ und plötzlich möchte man nicht mehr hergeben, was an versprochen hat. Es ist einfach, in diesem Moment einfach zu sagen „Du weißt doch, dass ich das so nicht gemeint habe“.

Es ist einfacher zu sagen, „Du nimmst meine Meinung nicht an“ statt nachzufragen warum der andere in diesem Moment einfach schweigt. Es ist noch einfacher immer „Nein“ zu sagen, und damit sofort zu blockieren, statt seine Meinung richtig zu begründen und dem anderen die Chance zu lassen in eine Argumentation hinein zu gehen. Es ist einfacher zu sagen „Ich habe keine Zeit“ statt anzuerkennen, dass sie auch der andere nicht hat und dass man dabei an einem Strang ziehen muss. Es ist einfach zu sagen „Das kann ich nicht auch noch übernehmen“ um damit den anderen in den Zwang zu bringen, noch mehr zu erbringen. Es ist noch viel einfacher zu sagen „Wegen dir hatte ich einen Nervenzusammenbruch“ statt nachzufragen warum der andere so reagiert hat. Das einfachste der Welt ist generell zu sagen „Du bist Schuld“.

Es ist einfacher zu sagen „Ich distanzier mich von dir, du tust mir nicht gut“ um den anderen in Zugzwang zu bringen. Es ist einfach zu sagen „Die anderen machen es auch nicht“, statt sich die Frage zu beantworten, wie man es selber gerne hätte und ob an nicht anders sein möchte. Es ist einfacher zu sagen „Ich habe genug gemacht“ und sich damit aus bestehenden Verpflichtungen zu winden.

Nicht einfach ist es, in diesen Momenten nachzugeben. Schweigend anzunehmen was gerade passiert und das Gefühl des Fußabtreters zu unterdrücken. Es ist nicht einfach, nach Anschuldigungen auf einen selber, lächelnd auf die Person zu zutreten und den Alltag vorzuspielen. Es ist ein Kraftakt gleich, nicht im passenden Moment einfach genau das alles anzusprechen. Und andauernd die Frage zu unterdrücken „Warum?“.

„Hinter jeder Tat steht ein sie rechtfertigender Grund“

11.5.14 09:34


Es ist wieder soweit. Die Luft vibriert und alle rund herum sind automatisch angesteckt. In jeder Ecke warten Angriffe und Reizungen auf mich, denen ich meist nicht schnell genug aus dem Weg gehen kann. Momentan kann ich mich noch zurück halten. Ich drehe mich um und schaue in eine andere Richtung, während es in mir selber hoch kocht und blanke Wut mein Blut vergiftet. Ich weiß, dass man es mir in meinem Gesicht und meiner angespannten Haltung ansieht. Aber ich sage nichts, drehe mich nur immer weiter weg. Versuche, meinen Ton nicht weiter zu schärfen, als er ohne hin schon ist. Mit Musik versuche ich mich wieder zur beruhigen. Es funktioniert nicht. Die Musik scheint nicht die richtige zu sein. Noch während ich über den ersten Versuchen meiner Facharbeit sitze, kommt mir in den Kopf, ob auch das schon unter die Gesundheitserhaltung des eigenen Körpers fällt. Ob ich nicht einfach platzen sollte, damit es mir wieder besser geht. Gründe hätte ich genug. Wenn auch viele davon aufgebauscht sind durch die entstandene Situation in mir drin. Ich freu mich auf Mittwoch. Wenn kein Wecker klingelt und ich niemanden in mein Leben lassen muss. Wenn die Emails ohne mich einlaufen und das Telefon einfach mal aus ist. Darauf freue ich mich. Auf meine eigene Einsamkeit, unterstützt durch geistlosen Blödsinn des täglichen TV Programms um das Gehirn nicht zu animieren. Bis dahin ist allerdings noch viel zu erledigen und ich habe noch mit zu vielen Menschen zu tun, die ich weder sehen noch hören will. Doch die Uhr läuft für mich und es sind nur noch Stunden.
14.4.14 21:40


Es ist passiert. Viel früher, als gedacht ist es nun eingetreten. Und mit einer Nachricht entfaltet sich sein Dominoeffekt, auf den ich noch nicht vorbereitet bin. Es ist diese Angst, die mein Leben lähmt. Ich hatte gehofft, dass ich mich nicht mehr mit ihr beschäftigen müsste. Hatte gehofft, es würde am Ende meiner Zeit kommen. Es ist, als würde das Schicksal meinen inneren Plan bemerkt und sich lachend gedacht haben, mir dazwischen zu fahren. Mir diese Angst, vor der ich weglaufen will, schon jetzt zu bescheren, wo ich es noch nicht kann. Dabei hätte ich es kommen sehen können. Der Anfall vor zwei Wochen, aus dem Nichts und mit einer ungeahnten Intensität, hätte mir eine Warnung sein sollen. Doch auch davor bin ich weg gerannt, habe mich in der Arbeit versteckt und bin innerlich noch tiefer hinein geraten, als vorher. Das letzte Wochenende mit all seinen Tiefen hätte ich mir schenken können. Wenn ich auf mich gehört hätte. Nun fliehe ich in ein Buch, in der Hoffnung, diesmal außen vor zu sein. Nur einmal Zuschauer sein in einem Drama, dass sich rund um mein Leben aufbaut. Am Anfang war es auch so. Nach dem letzten Kapitel habe ich die Rolle geändert, habe mich in den Zeilen wieder gefunden. Und damit die Tür aufgemacht. Ich weiß noch nicht genau wie ich damit umgehen soll. Momentan möchte ich mich verstecken und nicht mehr heraus kommen, verkrieche mich in meiner Wohnung und bete, dass die Welt mich vergisst. Und meine Umwelt signalisiert mir auf jede nur erdenkliche Art und Weise, dass sie nicht gedenkt, meine Bitte zu erhören.
4.3.14 20:10


"Ich sehne mich dannach meine Flügel auszubreiten,sie sind verletzt,angerissen und ungleichmäßig..sie waren doch einmal so schön..so leicht und trotzdem stark, ich frage mich wo sie sich befinden und was mit ihnen passiert ist.Habe ich sie zerstört? Habe ich nicht an die Kraft meiner Flügel geglaubt..habe ich soviel erwartet.."

Diese Zeilen sind nicht von mir. Doch drücken sie momentan das aus, was in mir vorgeht. Ich weiß von wem diese Zeilen sind. Und mir tut es weh. Mir tut es weh, dass es ihr wehtut. Und dass ich ihr nicht helfen kann. Ich kann nicht einmal mir selber helfen und möchte doch ihr Seelenheil wieder herstellen.

"Ich habe mein Ziel verloren. Ich werde in ein paar Tagen 30 und bis dahin wollte ich soviel schaffen. Doch irgendwie ist nichts davon eingetreten, ich habe gewartet, dass etwas passiert und nun stehe ich da - und habe nichts."

Eine andere Baustelle, ein anderes scheinbar vergeudetes Leben. Es ist interessant wie viele Menschen sich so viele Ziele in ihrer Jugend stecken - wohin sie einmal wollen, welche Materiellen Dinge sie sich aneignen und wie glücklich sie alle damit sein würde. Und wenn man es nicht erreicht, ist man nicht glücklich.

Ich habe auch nichts erreicht, von dem, was ich eigentlich erreichen wollte. Im Gegenteil - ich bin eine von denen geworden, die ich früher immer mit Abscheu betrachtet habe. Ein Workaholic, der die Arbeit geheiratet hat und dessen Haus ein Auto ist. Keine Zeit für Freunde und Familie, keine Chance das einmal zu ändern. Und viel zu weit von dem entfernt, was ich mir einmal ausgemalt hatte. Habe ich deswegen mein Leben vergeudet? Ist mein Leben deswegen weniger wert? Bin ich deswegen weniger glücklich? Ich habe mich arrangiert - so wie es sich gehört. Lebe meine Rebellenphase länger aus, als andere das tun und werde damit auch wohl nie aufhören. Ich habe für mich erkannt, dass ich dieses bestehende System nicht aushalte und habe angefangen dagegen zu arbeiten. Und so romantisch das auch klingen mag, so bin ich doch nur in einem neuen System gefangen - einem System dass auf Kampf ausgerichtet ist und in dem es kein innehalten und verschnaufen gibt. Ein System, dass kategorisch jeden kaputt spielt, der sich auch dagegen auflehnt. Ein System dass anprangert und selber mit den brutalsten Methoden innerhalb der eigenen Reihen vorwärts schlägt - schade um jeden Kollegen, der nicht schnell genug war.

Es ist dieses aussichtslose Hamsterrad, dass jeden von uns irgendwann gefangen nimmt und einfach nicht wieder hergeben will. Weil das Leben damit einfacher ist, weil man zur Masse gehört. Das finde ich faszinierend.

Die Depressionen sind weniger geworden, oder vielleichth höre ich sie auch nur nicht mehr. Nur in solchen Phasen wie jetzt spüre ich einen leisen Anflug davon, der sich schon morgen früh wieder bei dem Blick in den Kalender geben wird. Wenn ich erneut in das Hamsterrad einsteige und fleisig meine Runden drehe.  

4.12.13 22:24


(...)"Vielleicht kommt dann kein Winter mehr, ich will keine Winter mehr

Und jeder Atemzug, hängt am seidenen Faden, nur solang bis wir da sind
Und jeder Atemzug, folgt dem roten Faden, nur solang bis wir da sind " (...)

Tim Benzko - am seidenen Faden

Der Herbst kommt in großen Schritten, ich merke es jeden Tag mehr. Merke es an meiner Stimmung, meiner eigenen inneren Dunkelheit, meinem täglichen Auftreten. Der Herbst mit all seinen Stürmen, wohltuenden Regen und wunderschönen Farben überkommt das Land und spült alles wieder auf, was ich so schön in mir versteckt hatte. Ich fühle mit jedem Tag mehr, wie ich auftaue. Als wäre mein ganzes Inneres eingefroren gewesen über die heißen Tage. Längst vergessen geglaubte Gefühle und Erinnerungen schwemmen sich an mein Tageslicht, vorsichtig und dennoch gewaltig. Ich will nicht mehr dagegen ankämpfen. Den ganzen Sommer habe ich gekämpft, die ganzen letzten Jahre. Es sind Dinge, die ich nicht ändern kann und die sich nie ändern. Dennoch habe ich so viel Herzblut in die Beseitigen dieser Dinge und Umstände gelegt, dass ich dachte, ausgetrocknet zu sein. Leer von allem, was einen am Leben hält.

Und ich merke mit jedem Tag mehr, wie sich mein Kreislauf des Seins langsam schließt.

24.9.13 20:23


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